Festplatten Diagnose mittels SMART unter Linux

Es ist wohl ohne Zweifel immer eine gute Sache, sich nach dem Gesundheitszustand der Festplatte seines PC/Server zu erkundigen. Wie man das macht, dies sei hier erklärt. Helfen wird uns dabei die S.M.A.R.T. Funktion, was dies ist? Original nennt sich das ausgeschrieben „Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology“ und bedeutet in der Heimat-Sprache soviel wie „System zur Selbstüberwachung, Analyse und Statusmeldung“. Wir können quasi prophylaktisch wenn alles gut läuft erkennen, wann unsere Festplatte Problemchen hat und somit Datenverlust verhindern. Ähnlich machen es die Kfz-Werkstätten mit dem Auto und lesen den Fehlerspeicher aus.

Wie lese ich die SMART Werte aus?

Bei Windows kann man die SMART Werte mit diversen Tools auslesen, ich kann hier „Everest Ultimate“ empfehlen oder kostenlos HDTune.Bei Linux gibt es je nach Distribution die Smartmontools, die einfach mal installieren und dann in der Kommandozeile eingeben:

smartctl -i /dev/sda

Wie man die Festplatte direkt anspricht ist unterschiedlich je nach Computer kann es auch /dev/hda oder /hdb sein, am besten mal ein fdisk -l machen, da hat man schon eine Orientierung. Nun könnte es aber auch sein, dass jemand wie hier im Beispiel eine SATA Festplatte hat und die Smartmon-Tools zu meckern anfangen, dass kein Zugriff via libdata auf SATA Laufwerke möglich ist. Dies soll es wo häufiger geben und einige sind auch der Meinung, dass die Smartmon-Tools keine SATA Platten unterstützen würden. Das es doch geht werden wir beweisen, in diesem Fall tippen wir dann ebend ein:

smartctl -a -d ata /dev/sda

Sollten wie dann irgendwo in den letzten Zeilen der Ausgabe noch stehen haben, dass SMART „disablend“ ist, sprich deaktiviert, dann nutzen wir ebend folgendes Kommando und schalten es ein:

smartctl -a -d ata -s on /dev/sda

Sollten wir einen Server haben mit 3Ware SCSI RAID-Controller dann probieren wir

smartctl -a -d 3ware,2 /dev/sda – (Die Zahl 2 steht hier für den Port)

Nun sollte auch beim letzen Menschen eine Liste / Tabelle mit verschiedenen Werten auftauchen, doch was bedeutet dies alles?

Was bedeuten die einzelnen SMART Werte?

In den Spalten haben wir einiges stehen, wichtig für uns sollte aber sein:

  • ID
  • ATTRIBUTE_NAME
  • VALUE
  • WORST
  • THRESH
  • RAW_VALUE

ID ist die Nummer des Wertes der ausgelesen wird und damit verbunden ist der ATTRIBUTE_NAME welcher uns darstellt, welchen Wert wir da betrachten. Als Beispiel-Attribut wäre „Temperature_Celsius“ eben die Temperatur der Festplatte. Wichtig wird dann VALUE wo uns der aktuelle Wert (meist das Maximum) angezeigt wird, wo wir im Normalfall je nach Attribut immer 253, 255 bzw. 100 vorfinden werden. WORST zeigt uns den bisher schlechtesten Wert des Attribut an und THRESH kommt von THRESHOLD und dies zeigt uns den Schwellenwert an, also den Wert wo es kritisch wird. Hier sei aber gesagt, man sollte es nie bis zu diesem Punkt kommen lassen. Und am Ende kommt das RAW_VALUE das sind die Rohdaten und aus diesen wir der Punktewert generiert. Man kann sich vorstellen, dass der Rohwert ausgelesen wird und dann versucht wird, die Daten für den Endbenutzer etwas besser darzustellen, mehr Vorstellung zu schaffen. Daher wir der Wert dann umgewandelt in eine Art Skala von 0 bis 253 (bzw. 100) wobei hier gilt: je höher desto besser.

Sebastian ist IT-Techniker sowie Berater aus Leidenschaft. Er betreibt einen Computerservice in Leipzig, bei dem die individuellen Wünsche & Visionen des Kunden im Mittelpunkt stehen.

One Response
  • Markus
    Nov 12, 2013

    Besten Dank für die ausführliche und verständliche Anleitung.

    Gruß
    Markus

    Markus Nov 12, 2013
    Antworten

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